Die beste Band PA | Testsieger | 3 Jahre PA Boxen Test

in in Auftritte

In diesem Test geht es um die Top-PA für Coverbands. Ein PA für ca. 90% der Livemusik Events an jedem Wochenende. Boxen für Clubs, Firmenevents, Messen, Hochzeiten und kleine bis mittlere Zeltfeste (100-200, 300 oder auch 400 PAX). Es ist das „Brot- und Buttergeschäft“ für über 18.000 sozialversicherungspflichtige Berufsmusiker in Deutschland, mehr als 7x so viele Hobbymusiker und fast 21.000 Livebands.

Für die verbliebenen 10% der Musical, Konzert- und MEGA-Event-Veranstalter, den echten Großbaustellen und Verleihern ist dieser Testbericht nicht gedacht!

Die Tests begannen im August 2012 und wurden nach einer Pause im März 2018 beendet.
Summa summarum haben wir in
40 Monaten,
36 PA-Tops,
17 Bässe und
12 vollständige Anlagen,
von zusammen 26 Herstellern getestet. Wir suchten über viele Jahre

Die besten PA Lautsprecher für eine Band !

Gleich am Anfang stellten wir uns jedoch die Frage: „Wie groß sind in Zeiten digitalen Fertigung, FIR und IIR Filtern überhaupt noch die Unterschiede bei den Anbietern“?

Wie weit liegen Lautsprecher von Funktion One, d&b und dem Angebot in Musikgeschäften auseinander? Ist der Unterschied wirklich so groß? Wir haben unsere Erfahrungen zusammengetragen und eine Bestenliste erstellt. 26 Hersteller waren im Rennen und auch Live dabei, einige über Wochen oder auch Monate.

Das Test FAZIT zu Beginn

Da ich in wenigen Minuten nicht all das niederschreiben kann, was unsere Band bei den Tests erlebt hat (es wäre ein ganzes Buch wert), unser Fazit gleich zu Beginn. Wer sich für die Details des Mamut-Tests interessiert findet alle Informationen direkt im Anschluss.

Hersteller | LautsprecherAudioCD LivebandAbstrahlungGewichtPreis-/Leist.Stk-Preis
Straßenpreis
d&b audio
V10P
90100110° x 40° 33 KG655920,-
Adamson
IS10P
9095100° x 50° 21 KG506630,-
PL-Audio
Big Banana
8590/95*100° x 40° 29 KG1002070,-
Cadenbach
Iris
909090° x 50° 31 KG703770,-
d&b audio
Yi10P
8585110° x 40° 18 KG704900,-
Alcons Audio
QR24 + QM24
7580110° x 4° 22+17557100,-
Coda Audio
G715
757590° x 60° 41 KG901950,-
Studt Akustik
S 465 ML + MLP
0 (folgt)0 (folgt)100° x 40° 18+18 KG0 (folgt)folgt
PL Audio
TS 41 & TS 42
0 (folgt)0 (folgt)110° x 50° 14+14 KG0 (folgt)folgt
Seeburg
GL 24
6560100° x 20° 21 KG603500,-
*mit höherer Übernahmefrequenz (neue DSP Einstellungen / exklusives Preset 06/2018hier dieses PRESET kostenlos laden

Anmerkung zu den Preisen

Es handelt sich um NETTO-Stückpreise. Alle Hersteller bieten für Bands Nachlässe von 15-25% an. Der hier genannte „Straßenpreis“ beinhaltet diesen Rabatt bereits. Die Listenpreise liegen daher über den hier angegebenen Preisen.

Mit Ausnahme des Coda G715 läuft keiner der Speaker ohne einen Controller bzw. ein passendes Amping. Die besten Lautsprecher im Tests sind zudem aktiv und man benötigt daher für den Betrieb einen 4-Kanal-Amp. Die Vida L von Kling und Freitag ist ein hervorragendes System, wir konnten es in Aachen hören, aber mit einen Straßenpreis von fast 33.000,- Euro für zwei Speaker fragten wir uns, ist das nur für Scheichs in Dubai gebaut? Daher hier nicht mehr im Ranking aufgeführt. und ist nur was für den Export nach Dubei, sollte aber in dieser Auflistung trotzdem nicht fehlen. Bei d&b sind die Tops zwar inklusive passiver Weiche, tortzdem liegen die Preise mit dem passenden Amping bei fast 19.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Dem entgegen steht unser Preis-/Leistungssieger, die PL-Audio Big Banana. Hier beträgt der Paar/Straßenpreis inklusive 4Kanal DSP Amping etwa 7400,- Euro inklusive Mehrwertsteuer. Egal ob Cadenbach, Kling & Freitag oder Meyersound, zum o.a. Lautsprecher kommt immer noch das Amping hinzu. In allen Fällen entsprachen die Preise der Amps auch dem hier aufgeführten Preis-/Leistungsverhältnis.

Eigentlich wollten wir Bose nicht in die Liste aufnehmen. Es ist klanglich weit weg von Cadenbach, Adamson oder d&b … aber für die Musikladen-Liga und einen Bruttopreis von 999,- Euro, inklusive eingebautem Amp zu diesem Gewicht, da wollten wir die Box doch aufnehmen. Sie spielt nicht in der Liga, ist aber für unter 1T sehr zu empfehlen.

 

Nun aber zu unserem PA Test

 

 

Es war einmal | Ein romantischer Rückblick.

Meine ersten PA-Anlagen waren Ende der 70er Jahre die damals üblichen 4-Wege Systeme mit getrennten Endstufen für Bass/LowMid/Mid/High.

Boxen wie EV Eliminator oder alles was so ähnlich ausgesehen hat aus der EAW-, Dynacord-, Zeck und NexoZeit. Das waren unsere ersten Lautsprecher. Verrückte Dinge wie das stacken von Boxen war bei großen Events damals üblich. Meine Güte, was haben wir da alles gemacht. Phasen? Was ist das? 4 x Zeck 15/3 Fullrange Schwergewichte auf jeder Seite übereinander und los. Aber es ging, irgendwie.

Die Boxen dieser Zeit waren groß und schwer

Die Lautsprecher und PA Anlagen klangen damals oft so, wie Sie aussahen = nach viel Holz, aber auch groß! Wenn viele die sauber eingemessenen Systeme heute als besser empfinden, fehlt vor allen Musikern der älteren Generation oft etwas an echter Größe. Die Leistungen der oftmals 30 KG schweren Endstufen war im Vergleich zu den heutigen Digitalamps lächerlich (250/400 Watt) und trotzdem haben wir über zwei Jahrzehnte mit 1/10 der heutigen angepriesenen Verstärkerleistungen ganze Festzelte und Marktplätze beschallt.

Glücklich (oder heute unglücklich) sind nun die, die noch wissen, wie ein Sänger, eine E-Gitarre oder eine Snare aus einer EAW KF 695 klingen kann und das auch noch nach 25m. Bestückt mit 15″, 10″ und einem 1,4″ Horn liest sich das nicht nur gesund, es ist auch gesund und klang eben auch genau so! Wer damals Musik gemacht hat, weiß mit jedem Wort, was ich damit ausdrücken möchte.

Nur, wer möchte heute noch ein Topteil mit 80 KG aufbauen?

Warum wir heute nicht jede digitale Errungenschaft mit 1,5KW toll finden

Wir vermissen an heutigen Systemen immer die gleichen Dinge: Dynamik/Headroom, transparenter Klang, gesunde LowMids und damit verbundene „Größe“. Heute „klingt“ es im ersten Moment gut, aber irgendwie auch „gemacht“. Es ist schwer zu beschreiben und mir ist durchaus bewußt, dass man auch Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann.

Die 80er gingen vorüber und zu Beginn der 90er Jahre trat die „Errungenschaft“ 2-Weg PA in mein Musikerleben und es begann sogleich der Siegeszug dieser Stangen-PA’s im Bereich kleine bis mittlere Events. Typisch ist hierbei die Zusammenstellung: 18″Bass und 12er 2Wege Topteil. Alle Systeme diese Art haben jedoch einen ähnlich „knalligen Sound, PA Sound“. Fast immer krankt es vor allem an den LowMids und für einen Bassisten ist ein 18″ Bass oft zu schwammig. Da hilft es auch nicht mit dem EQ etwas zu schrauben. Ach ja, die lieben Regler an den KLARK Technik EQs:  „Die Anlage ist eingemessen“ , ich liebe diesen Satz.

Wie oft haben Musiker den von Technikern gehört und dachten: „Hört der das nicht? Das klingt doch furchtbar!“. Die 90er, lange her: Auch ich bin am Messestand der Firma mit dem „L“ vorbei gegangen (damals noch ein sehr kleiner Stand) und habe mich gefragt „warum malt der seine Boxen braun an ?“. Es sollte nicht lange dauern und diese Firma erorberte mit einem neuen System den Markt.

L-acoustics (die Firma mit den braunen Lautsprechern) stellte 1993 ein System mit dem Namen V-DOSC vor, welches als erstes eine Summenabdeckung für hohe Frequenzen auch bei grosse Flächen ermöglichte. Jetzt existierte plötzlich ein Werkzeug, das den Übergang zwischen Summen- und Zonenabdeckung nahezu eliminieren konnte. Diese Systeme machten sich unsere Schwäche der vertikalen Ortung zu Nutze. Die Mängel treten dort auf, wo sie uns weniger auffallen. Die Line Arrays eroberten den Markt.

Immer mehr Anbieter kamen hinzu und wenn auch L´acoustics für mich ein wenig als Hype bezeichnet werden muß, ist trotzdem klar:  L’acoustics hat viel bewegt und kann auch heute noch die zweitgrößten Wachstumszahlen vorweisen (nach d&b audio).

Klasssiche PA Anlage gegen Line Array,  wirklich ein so großer Fortschritt?

Eindeutig JA. In einer bestimmten Liga ist das so. Für Bands ist (war, dazu später mehr) das nicht praktikabel. So bleibt der erforderliche Traversenbau den Verleihern vorbehalten. Wir haben uns mit den Mini-Line-Arrays für Bands im Jahr 2012 und 2013 bereits ausgiebig beschäftigt.  Leider war zu dieser Zeit der Wirkunsgrad nicht so, dass man diese kleinen Arrays als Line Array bezeichnen konnte. Eine Bose F1 /812 ist zu einem Preis von nur Rund 1000 Euro brutto als Aktivbox mit eingebautem Amp unfassbar gut (Für diese Liga) Im Vergleich zu den hier genannten aber eine ganz andere Welt.

Wir hörten und spielten teilweise über: Adamson Y10, FlexArray von Turbosound (völlig unterschätzt und wirklich eine Wucht) , ach … das hat mir schon sehr gefallen, Kiva nicht zu vergessen. Auch die VR Serie von d&b oder Meyersound Melodie. In dieser Zeit trafen wir auch zum erstenmal auf Alcons, den LR7 und LR14 welches wir damals zunächst ähnlich wie die Meyersound Melodie einstuften. Weiterhin hörten wir VerTec4887, Sequenza, Coda Audio und RCF HDL Line Arrays. Dazu auch mal einfache Sachen von db technology und das, was es so in großen Musikgeschäften wie Thomann und Musicstore, zu hören gibt.

Aber diese Tests von 99% der Anbieter, die man so im Musikgeschäft findet war in den Vorführräumen oder nach wenigen Minuten Soundcheck im Live-Einsatz schnell beendet. Und die große Welt die Line-Arrays? Eine Meyersound Melodie funktioniert ohne LowMid Extension genauso wenig, wie eine L´acoustics Kiva und unter manchen Vorraussetzungen auch KARA. Zumidest für uns nicht. Das ist auch so bei anderen Anbietern. Da müssen schon mächtige Systeme ran,  damit das atemlos macht. Wie oft standen wir da (Array für fast 100.00 Euro in Betrieb) und dachten „o.k., dass soll jetzt also richtig tolle Klang sein“…?

Musiker und Tontechniker scheinen sich wie Hund und Katz nicht zu verstehen.

Auch Musiker (Männer) lieben Technik. Einmessen, ja natürlich, aber ein Reintondiagramm ist eben zunächst nicht mehr als die Basis für die Arbeit die dann folgen muß. Der Mensch speichert schließlich keine Diagramme oder Bilder vom Analyzern bei einem Konzert. Nicht die Ohren, der ganze Körper hört. Dazu das Empfinden der gefühlten Lautstärke. Sie weicht je nach Schalldruck bis zu 12db vom RTA ab.  Siehe Hörkurve DIN 45630.

Verleiher und Veranstaltungstechniker müssen ihre Firma gesund, praktisch und profitabel betreiben (Punkt). Leistung, Gewicht, Riderfähigkeit, Vertriebspartner und Preis-/Leistung müssen in einem guten Verhältnis stehen. Für die mehr als 21. Tausend Bands (Stand 2017) aber sind diese Faktoren nicht so wichtig. Es müssen keine 24 Endstufen oder 12 Bässe transportiert werden. 5KG mehr oder weniger  sind kein Weltuntergang für einen Bandbus, wenn man an anderer Stelle Vorteile beim Klang hat. Die Zonenabdeckung spielt für Musiker und Live Bands eine große Rolle. Zusätzlich aber auch das „Empfinden“ beim Auftritt.

 

Was wollen wir denn nun, eine eierlegende PA Wollmilchsau?

Nein, wir bleiben in unserem Bereich. Wir testen hier keine OPEN Air PA, keine Beschallung für Konzerte in Stadien oder ähnliches. Hier geht es um das, was an jedem Wochenende ZIGTAUSENDMAL in Deutschland gebraucht wird: 1-4 Bässe auf dem Boden 2-4 Tops auf Stativen und/oder als Turm gestellt. Dazu vielleicht maximale eine eine Delayline, wie es im Gala Geschäft von Tanz und Showbands oft praktiziert wird. Es geht in diesem PA Test um Events von 50 bis 500 Personen. Wir haben über viele Monate Anlagen für genau DIESEN EINSATZ getestet!

Was genau wurde in der Praxis getestet? Es folgt eine langweilige Auflistung

2010-2011:  Die Dynacord P3 gibt es schon lange bei uns (von 1988 mit Gauss Bestückung, wunderbar). Wir lieben das 2″ Horn und wie oft fragten mich Musiker „Was ist das für ein Lautsprecher“. Bis 2011 haben wir mit diesem Dynacord Speaker gearbeitet (23 Jahre). Seit 2007 jedoch in einem 3 WegeSystem und einer LowExtension, das Gauss Horn konnte mehr als der 12er EV). Er hat sich dadurch lange gehalten. Aber dann wurde es doch Zeit für einen Wechsel. Das war wirklich eine kleine und sehr gute Box.

Zunächst im Vergleich zur neuen Dynacord Cobra, Seeburg acoustic line Galeo/G-Sub/A6/A8, Electro-Voice X-Array, der Nexo Klassiker Alpha, Turbosound Flashlight, Lair Bros S-4, Rat Trap5 und Aspect Lautsprecher Systeme. Dann auch die Ohm TRS-112 und 115, PUKK-215, Studt S1214, Apogee AE9 und exotisches wie Function One R1.5 und F215 (Discothek in Düsseldorf) und Yorkville Unity U15.  Es folgte „normales“ wie TW Audio T24 und B30. PL Audio mit Bässen, Gorilla und Pig Box. 2011 blieb aber im Zeichen eines echten Krachers. Was für ein Erlebnis: die Evolution 1 von „FUNKTION-ONE“! Gefolgt vom ersten Kontakt mit Coda audio (wir spielten mit alten RX35 und RX40 bei einem Stadtfest). Die BMS Treiber überzeugten sofort. d&b E und QSerie kennen wir, wie auch UPQ UPJ und die Subs von Meyersound nur zu genüge, da diese Anlagen oftmals in Stadthallen installiert sind. Daher begleiten uns diese Hersteller als Band immer und wir kennen den direkten Vergleich.

2012: Für einige Zeit dachten wir, „ach, da gibt es auch ganz tolle Sachen im Musikladen“ Aber das ist wie Hinz und Kunz, eigentlich egal. Wirklich richtig überragend ist da nichts. Wo kann man schon mal gute Sachen im Laden testen? Nun ja, einzig Thomann ist dazu in der Lage. Im Laden findet sich auch mehr, als die Webseite zeigt. Einige Anbieter möchten, dass ihre Produktpalette im Onlineshop angeboten wird. Im Laden aber, kann es dann getestet und auch gekauft werden. So u.a.  Barth, d&b E-Serie, Q-Serie, alles von Fohn, Seeburg, Ohm, KME konnten wir vergleichen mit EAW, Kling & Freitag und vielen anderen. Unsere eigenen Amps, Dynacord und TW Audio Speaker konnten wir mitbringen, im Laden aufbauen und haben Stunde um Stunde getestet. Wo bitte geht das sonst in Deutschland? Thomann arbeitet im professionellen Sektor bei Festinstallationen mit Alcons Audio, leider konnten wir im Geschäft diese Boxen damals nicht entdecken. So hatte es uns 2012 zunächst die E-Serie von d&b angetan und wir erhielten ein Angebot. Auch der Kling und Freitag Nomo LS war uns mehr als einmal aufgefallen. Das scheint wirklich die physikalische Grenze des Machbaren zu sein. Aber dazu ein Controller der so viel wie 3 Bässe kostet? Was für Preise! Dann doch lieber die all-in-one Lösung Meyersound UPQ und UPJ? Die gehen immer, oder?

2013: TW-Audio M-Serie, PA Sys one und Vera. Wir stiegen auf Hoellstern Delta Serie um und verkauften unsere alten Dynacord Amps. Es gab Tests mit ProAudio Technology MT, SW und HT und 3 Monate haben wir sogar damit gespielt. Ebenso TW Audio haben wir gekauft und nach 5 Monaten wieder verkauft. Das ist alles ganz o.k., aber genügte mir nicht. Auch die biologisch abbaubaren Hoellstern DELTA Amps haben wir nach einen halben Jahr wieder verkauft. JBL und RCF mit neuen Aktiv-Systemen und irgendwie verzettelten wir uns zunehmend. Nachdem wir schon auf den B30 Hype reingefallen waren, verkauften wir auch wieder die SW18 nach 8 Monaten, ebenso die PROAT MT12 und die M15 von TW Audio. Kurze Zeit haben wir es dann noch mit Nexo versucht. Wir gingen vom 18 Zoll Bass auf den Doppel 15er zurück. Wir hörten die 930er und die NLW1500. Neo Subs (TS) durften auch mal mit … es waren so viele, sehr viele. Den Abschluß bildete 2013 KV2 Audio bei einem Messe Event in Dortmund. 4-Wege Endstufen und 3-Wege Tops, das klang sehr vielversprechend und trotzdem waren wir dann enttäuscht. Auch bei KV2Audio ist trotz Masse und hohem Gewicht nicht alles Gold was glänzt. Es scheiderte bei KV2 Audio an den Details!

2014: So langsam ging uns die Puste aus. Irgendwie ist das alles etwass für Verleiher: ist ganz gut, klingt alles ähnlich effektiv, aber für Musikliebhaber unterm Strich dann doch nur Mittelmaß. Zumindest lohnt es sich in diesem Bereich nicht, lange zu diskutieren über A oder B. Wir haben in dieser Zeit viel gelernt und stießen dann noch auf einen sehr erstaunlichen Hersteller, die Firma Cadenbach Acoustics (cdb). Wir waren völlig aus dem Häusschen, bis wir die Preisliste in den Händen hielten. CADENBACH baut ohne Zweifel HIGH END vom FEINSTEN! Wer dieses Equipment hört begreift, was Stand der Dinge sein könnte, wenn man bei keiner Komponente einen Kompromiss eingeht und eben auch auf jedes kleinste Detail achtet .

High-End kann funktionieren, aber sich leider nicht immer jeder leisten. So strebte Cadenbach nach dem Besten und manchemal ist die Mitte das Ziel. Als Liveband brauchen wir nicht den besten Lautsprecher der Welt. Es muss gesund sein, und ein Handwerkszeug, das im Live Einsatz funktioniert.

2017-2018: Mit Alcons VR12, VR8 und BF 181 sowie dem traditionellen Amps (24 KG pro Endstufe) kamen wir am besten klar. Während alles andere kam und wieder ging, hat uns Alcons 6 Jahre und bei über 600 Auftritten begleitet.  Wir hätten vermutlich auch mit Coda Audio ebenso erfolgreich gespielt (Sensationell zu einem TOP Preis-Leistungsverhältnis), allerdings gab es ein sehr gutes Angebot für uns und darum hatten wir uns damals diese Anlage von Alcons gekauft. Die Bändchenhochtöner von Alcons garantierten uns beste Audioqualität. Im Livebetrieb klang das auch bei schwierigsten Locations immer gut und nur selten mussten wir am EQ etwas verändern. Konstruktionsbedingt strahlen diese Boxen eine Zylinderwelle ab. Aus akustischer Sicht macht Alcons für uns viele Jahre alles richtig. Cadenbach ist nach wie vor auch ein großer Traum für uns. Natürlich sind wir auch auf WESTLAP gestoßen. Unabhängig davon, dass auch hier am liebsten schon in den ersten 5 Jahren in Dimensionen des weltweiten Handels der Oberliga gedacht wird und wir 2x kontaktierten um dann nicht einmal eine Antwort auf unsere Anfrage zu erhalten, konnten wir dann doch über einen PA Verlieher eine Preisliste von Westlap Audio in den Händen halten. Wir staunten nicht schlecht über das schnell gewonnene Selbstbewußtsein einer so extrem jungen Firma. Die WESTLAP Audio GmbH in Schwerte baut seit etwas mehr als 5 Jahren (seit2013) das, was Cadenbach noch länger baut. Es ist eigentlich eine Kopie (versuchen kann man es ja) nur teurer als das Original selbst. Fragt sich, warum man die Kopie auch noch teurer kaufen soll? Die bei Musik-Produktiv angebotenen WESTLAP Produkte sind top und wir haben davon auch etwas angehört, aber für eine Band sind die kleinen Anlagen zu schwach. Bleibt also nur der Markt der Entertainer, die 3 Boxen für fast 8000 Euro kaufen können.

Aber … die Zeiten ändern sich.

Die klassischen schweren Direktabstrahler von Alcons werden bereits seit 2006 so verkauft und im Jahr 2018 gibt es andere Möglichkeiten. Eine klassische Box dieser Art verliert bei verdoppelung der Entfernung -6 Dezibel. Linenstrahler oder Arrays verlieren nur -3 Dezibel. Wer mit solchen Boxen arbeitet, spart nicht nur in 95% eine Delay-Line, sondern oftmals auch NearFills. Während Alcons nicht einmal 90 Grad Abstrahlung vorweisen konnte, liegen die gerade genannten Lautsprecher teilweise bei 110 Grad. Da entfällt hier und da sogar ein Monitor-Lautsprecher. Es ist für eine Band im Jahr 2018 sicherlich die besser Wahl, als ein klassisches TopTeil (Beispiel VR 12).

Die Fohhn  PT-6 war uns schon 2013 aufgefallen (Stückpreis 5900,- Euro). Mit Bügel jedoch, über 50 KG. Und mit Amping wurde das alles auch unglaublich teuer. Da fehlt nicht viel und das Geld hätte auch für die V10P gereicht. d&b V10P, ein absoluter Wahnsinn!  Aber  zwei Tops für über 11.000 Eur? Dazu die Endstufe (über 6000,-Euro). Wer dann noch 2 Bässe kauft, die Mehrwertsteuer noch dazu, landet mal eben (trotz Rabatt) bei 24.000,- Euro (4 Lautsprecher). Das ist auch für eine Profiband viel Geld.

Wir haben lange überlegt und hätten wirklich gerne d&b gekauft. Nicht umsonst ist die Q-Serie fast 6000x in Deutschland verkauft worden. Diese System ist im Moment die Spitze des Eisbergs. Tut es auch noch so weh, das Geld lohnt sich sogar (wer es hat). 3% steigert d&b jährlich etwa die Preise. Jeder weiß, was auch nach 10-12 Jahren noch immer diese Produkte auf dem Markt wert sind. Die Y- und V-Serie wird auch noch in über 10 Jahren ganz weit vorne spielen und begehrt sein. Mann kann davon ausgehen, dass man (mit Glück und ein wenig Rabatt beim Einkauf) nach über 10 Jahren kaum Verlust macht.

Teures Zeug, bleibt teures Zeug.

Nicht nur darum invistieren viele Verleiher so viel Geld in d&b Audio Anlagen (bzw. einfach ein Leasing und gut ist das) Verleiher können mit bis zu 35% und die ganz großen sogar darüber einkaufen. Da muss man nicht nachrechnen, um das Geschäftsmodell zu verstehen. So ist das auch fast bei Meyer Sound. Auf dem Gebraucht-Markt allerdings, führt d&b eindeutig die Liste mit den besten Preisen an. Alcons wird so gut wie nie gebraucht verkauft, zu selten in Deutschland . Wie auch Coda Audio. Die breite Masse kennt diese Firmen ofmtals nicht und wenn man Glück hat, kann man hier auch mal richtige Schnäppchen bekommen. Funktion One ist „selbstbewußt“ genug sich für Musiker und Bands nicht zu interessieren. Trotz einem einmaligen Sound sind wir daher auf diese Firma nicht näher eingegangen. Hier wird eine andere Zielgruppe verfolgt.

 

 

Nachtrag / Anmerkung .. 2016 .. Das ist unser Eindruck!

Eine Band, die Bässe auf den Boden stellt, Tops auf Stative und maximal im Zelt einen Turm aufstellt. Fliegen ist für uns in der Praxis als Band nicht möglich. Viele Dinge sind Geschmacksache. Wir haben es aus Musikersicht betrachtet. Beliebte Verleiherausstatter wie NEXO oder EAW gehen für uns in eine andere Richtung und fehlen daher unter den ersten Plätzen. Alles gute Sachen, aber eben doch keine Oberliga.

Die ersten Testergebniss wurde im Mai 2014 veröffentlich und bereits 2 Wochen später gab es die ersten Kommentare und Fragen zu verschiedensten Boxen und Endstufen. „Würdest Du sagen ProAudio Technology ist besser als TW Audio, lohnt sich für uns der Umstieg?“ oder „ist der K&F Bass wirklich so viel besser als der B15, habt ihr schon den neuen B18 gehört?“

Wir möchten dazu nur sagen, diese Firmen sind unterm Strich gehüpft wie gesprungen. Ob RCF oder JBL, TWAudio, KME, Kling und Hreitag, db technology oder ProAudio Technology. Diese Vergleiche sind mehr Geschmacksache als klanglich wirklich unterschiedliche Welten. Es gibt mehr Gründe beim Handling oder im Preis, aber Wunder kann man bei keinem dieser Firmen erwarten. Hier und da ragen einzelne Komponenten heraus, wie bei Kling & Freitag der NOMO LS. Die Klang-Eigenschaften dieser Klasse ist gehobenes Mittelfeld aber keine langen Überlegungen ob A oder B wert.

Wer es ernst meint und für die nächsten 10 Jahre ein tolles System haben möchte, befasst sich mit mehr als Haus und Hof Hersteller. (Bitte entschuldigt)

Wir möchten keine Auskünfte über Boxen von Mackie geben. Auch so ein Kommentar wie „das hört doch keiner im Publikum“ zählt für uns ebenfalls nicht. Natürlich hört das niemand im Publikum. Es sitzen ja keine Tontechniker vor der Bühne. Es arbeitet sich aber einfach besser, es läuft alles besser. Die Musiker sind glücklich und keiner ist genervt. Das ist es, was wir gesucht haben und diese Erfahrung für alle die Ihren Beruf lieben hier teilen wollten. Nun liegen schon über 100 Liveauftritte mit Alcons Audio hinter uns.

Wir erkennen Musiker im Saal nicht nur am Blick auf die Instrumente, sondern daran, dass manchmal mit dem Handy die Lautsprecher fotografiert. Für das, was einige Hersteller an Preisen aufrufen, muss das auch drin sein. Aufbauen, davor stehen und sagen:

„Klasse! So muß das klingen“!

 

Kommentare aus den Jahren 2014-2016

Komentar: Michael Brückner – 17.10.2014
Hallo Nudelsalat
mit viel Interesse und einigem Schmunzeln habe ich euren PA Test gelesen.
Ich konnte alles nachvollziehen und kann  eure Statements alle direkt unterschreiben.
Kurz zu meinem Background: Ich bin seit 35 Jahren auf der Bühne (Schlagzeuger) und mache schon immer in Musiktechnik (früher auch Selbstbau: Compressor/Gate/Amp/Kleinmischer). Habe auch 5 Jahre als FOH Toni für ne CoverRock Band gearbeitet und hatte viele Digitalpulte ( 3216,  01V96, 03D, jetzt X32 ).
Seit 2010 besitzen wir eine TWAUDIO PA-SYS-ONE mit Hoellstern 14.4DSP und als Sidefills noch 2x K&F 1001.
So, aber im Prinzip gehts mit schon seit längerem so wie Euch in eurem PA Test. Ich bin nicht so richtig zufrieden mit dem was ich habe.
Aber alle Alternativen (ich kenne d&b sehr gut; CODA hab ich auf der P&S gehört – war aber sehr angetan: „So muß es klingen!!“) sind
aus dem ein oder andern Grund nicht wirklich was und dann habe ich euren Bericht gelesen und hab mich dann mit ALCONS auseinander gesetzt.
Alles was online so verfügbar ist.
Klingt in der Theorie schon sehr vielversprechend, allerdings konnte ich ALCONS noch nie hören.
Seid Ihr mal in unserer Gegend (südwestlich von Nürnberg) oder kennt Ihr andere Bands/Verleiher,
die man mal besuchen kann ohne ne Weltreise
machen zu müssen?
Grüsse,
Michael

 

Komentar: Jens Richter – 21.04.2015
Es war interessant zu lesen und bei vielen Bemerkungen mußte ich schmunzeln. So ein Test ist natürlich vor allem eine subjektive Geschichte. Was ich Euch wirklich hochhalten muß, der große Aufwand diese Systeme auf LIVE in der Praxis zu testen und das über einen so langen Zeitraum.

Ich gebe Dir in einem sehr wesentlichen Teil recht,  in einem Vorführraum kann man Systeme vielleicht miteinander vergleichen, wirkliche Entscheidung treffen, kann man kaum. Wenn es um wirklich viel Geld geht, sollte man das auch niemals tun. Niemand spielt mit seiner Band in Vorführräumen. Ich selbst kenne die Systeme bis auf Cadenbach alle.

Ich finde den Alcons Sound zu speziell. Die höhen sind „heiß“ in manchen Bereichen und ich sehe die Anlage auch auf keinen Fall für Bands, die wirklich Druck machen wollen. Ich selbst mag L’acoustics, weil das Konzept einfach stimmig ist und alles passt, bis auf kleine Dinge, die wir Techniker dann schon in den Griff bekommen. 🙂

Ja, kaum ein Techniker weiß heute noch, wie eine „richtige PA“ klingen kann. Ich will auf keinen Fall zurück und verpotte auch nicht die neuen Möglichkeiten, aber ich weiß, was Ihr meint. Unterm Strich, bleibt es Physik und nicht jeder DSP kann diese physikalischen Gesetzmäßigkeiten ausgleichen.

Haut rein,
Gruß
Jens

 

Komentar: Karsten Gabriel – 07.03.2016
Ich dachte schon, ich bin ein schwieriger Kunde. Was ich schon in Musikgeschäften alles angehört habe. Jetzt lese ich Euren Bericht und mir wird klar, dass ich mich mit anderen Anbietern beschäftigen muß, als mit denen im Musikgeschäft.

Wenn Ihr noch einen Tipp habt, was für „normale Leute“ im Geschäft so zu empfehlen ist, dann helft bitte. Die Preise Eurer „Testsieger“ sind zum Teil schon hoch und irgendwie muß es doch etwas geben, was die erwähnte „Mitte“ trifft.

Danke Euch sehr für diesen mega test.

 

ANTWORT: Dirk – 09.03.2016 
Hallo Karsten! Ja, natürlich gibt es auch die eine oder andere Box aus dem Musikgeschäft, die uns überrascht hat. Dies war bei den Aktiv-Boxen zum einen die TT-SERIE von RCF | YAMAHA  DXR-Serie sowie 3-WEGE Aktiv 15/3er Boxen von JBL, QSC und KME.  Wer vor dem Gewicht der 3Wege Boxen keine Angst hat, sollte sicht diese anhören. Sie klingen einfach gesund. 15″ Speaker bis ca. 650 HZ, danach ein 6,5″ oder 8″ für die Mitten und erst ab 6,3 KHZ arbeitet der kleine Hochtöner, bzw. das 1 oder 1,4″ Horn. Der ganze Sprachbereich klingt dadurch einfach total anders. Da nützt Dir auch ein EQ und einmessen nix. Aber leider wiegen diese Boxen zwischen 24-30 KG.

Yamaha trennt auch sehr hoch. Sogar die kleine DBR Serie erst über 2,3 KHZ. Aber über 10″ funktioniert das nicht mehr so gut. Also die Yamaha 10″ Aktiv wären da mein Tipp. Dann hast Du zumindest die Trennfrequenz sehr viel höher. Es fällt dann bei 2,5 leicht ab, was sogar gut ist, denn im Livebetrieb ist das bei hohen lautstärken sowieso bis 3 KHZ ein „Auabereich“. Wir haben sogar die 3KHZ noch um 2 db abgesenkt, dann passt es. Die TT Serie von RCF ist Profiliga und klingt sehr gut, ist aber auch sehr teuer.

 

 

 

Die beste Band PA, das Finale!

Es hat sich in den letzten Jahren etwas getan. Ernstzunehmendes in Sachen „Compact-Arrays“ und Linienstrahler (Säulenlautsprecher). Lange belächelt, hat nun auch L’acoustics einen Linienstrahler im Programm (SYVA). Ebenso Cadenbach, dessen neue XL Säulenlautsprecher wir ebenfalls schon testen durften. Alle spüren, es tut sich was.

 

PA Anlagen sehen heute anders aus

Eine Stange in die Bassbox und ein 2-Wege Topteil darauf? Nein! Nicht nur den neuen Anforderungen (Lautstärke, Abstrahlverahlten, Verständlichkeit) ist es geschuldet, dass eine Band heute umdenken muss. Klassische 2-Wege Boxen mit einem 12″/ 15″er und einem Horn haben zwar noch eine Berechtigung, geraten jedoch zunehmend ins Hintertreffen, vor allem als Front PA für Bands. Auch Hornsysteme gehören eher zum alten Eisen. Alle 3m klingt es anders und in der Mitte der Tanzfläche, ein Loch. Darum weitere Lautsprecher an der Bühnenkante und über das Gewicht von horngeladenen Lautsprechern müssen wir auch nicht reden.

Wir brauchen als Band eine Box die mehr als 90, besser 100 Grad horizontal kann und auch ohne Delayline einen größeren Saal gut abedeckt.Wenn auch noch viele Hersteller unbeweglich sind, gibt es doch immer mehr Lautsprecher, die nicht nur optisch anders aussehen und zudem für Livebands geeignet sind. Verleiher machen das mit einer Line-Array, aber eine Band? Ganz ehrlich, welche Band kann das leisten? Ein möglicher Kompromiss: Fohhn PT-6, Voice Acoutics Ikarray, Linienstrahler von Kling & Freitag, die besagten Cadenbach Säulenlautsprecher und dann:

… die große Überraschung 2018!

 

Wie bitte? PL Audio?

Ich will ehrlich sein, eigentlich wollte ich mir überhaupt kein TopTeil bei Uli Lüsebrink (PL-AUDIO) anhören oder gar eines kaufen.

Ich bin nach Wenden gefahren, weil mich der doppel 15er Bass als Ergänzung zu unseren 18″ern bei Zeltevents interssierte. Wir sind ja wirklich verwöhnt und konnten vielen Produkten namhafter Firmen wie TWAudio, EAW, Concert Audio, Seeburg, Nexo und anderen aus dem Mittelfeld nie etwas abgewinnen (jetzt sind mir einige böse). Für unsere Mittelfeld-Liveband war darum klar:

PL-Audio brauch ich mir erst gar nicht anhören !

Ich sah die Säulenlautsprecher TS 42, 61/62 und musste schmunzeln, da ich die Seeburg GL Linienstrahler schon oft gehört habe. „Na, mach mal an“. Weniger Sekunden darauf erklang Musik. „Bow, bitte weniger Bass und bitte nicht so laut“. Nach einem kurzen Höreindruck und dem Abschreiten der großen Halle sage ich noch nicht viel. Uli Lüsebrink schaltet hin und her und von den Säulenlautsprechern auf das Banana Array.

Für einen Moment hatte ich bestimmt den Mund offen und wusste,

„Jetzt hab ich ein Problem“

Ich dachte, das glaubt mir doch kein Mensch. Ich stehe hier bei PL-Audio in Wenden und diese Banana Tops gefallen mir. Sie erfüllen das, was unserer Band wichtig ist. Gute LowMids, so viel wie möglich über die Pappe und mit hoher Übergangs-Frequenz relativ spät auf das Horn. Eine vertikale Abstrahlung über 100 Grad und ein sauberes Abstrahlverhalten auch auf größere Entfernung.

Die TS Linienstrahler sind ein völlig anderes Prinzip als die Banana Arrays und die Systeme sind nicht direkt miteinander vergleichbar. Trotzdem hatte ich auch für die Säulen sofort Locations und Einsatzmöglichkeiten im Kopf.

Vorführraum und echter Einsatz auf der Bühne

Vielen erging es schon so: Boxen im Laden angehört und dann später doch enttäuscht. Es gibt Bands, die kaufen alle 2 Jahre neue Boxen oder eine komplette PA und verlieren so mehr Geld, als die teuerste Variante jemals gekostet hätte. Immer auf der Suche nach dem besten Sound. Also:

Das musste ich erst eubnak akkes live testen !

Ich erhielt TS 61, Banana, Big Banana und das dazu passende Amping 2x Powerpac 4003 DSP und 1x die 6004 DSP. Weiterhin auch Bässe, single und doppel 15er. Alle Topteile sind aktiv, werden im Mittel- und Hochtonbereich getrennt angesteuert. Daher benötigt man für einen Betrieb zwei Endstufen oder einen 4-Kanal Amp.

Auf jeden Fall freute sich Andy (Techniker) nur bedingt über unsere Test-Aktion, denn bei den kommenden Terminen mussten jeweils 2 Anlagen aufgebaut werden und manchmal wurde am Abend, aus Platzmangel, sogar umgebaut. Dazu noch die damals noch vorhandenen Boxen von Alcons anhören und so oft es geht alles A/B vergleichen.

Wir haben schnell gemerkt:

Äpfel kann man mit Birnen schlecht vergleichen und das meinen wir leider nicht zugunsten unserer in die Jahre gekommene Anlage von Alcons-Audio.

Seit 2006 gibt es die VR-Serie und das was ein solcher Lautsprecher zu leisten im Stande ist, kann man mit dem Abstrahlverhalten von diesen Systemen nicht vergleichen. Ebenso die sehr viel höhere Trennfrequenz und der Einsatz von beispielsweise 8×6,5″ in einer Box, oder 6×6,5″ bei der TS61/62. 2x Big-Banana so viel wie Fläche wie 5x VR12. Das ist auch physikalisch kein Vergleich mehr.

So mischte Andy uns aus dem Saal und sagte bereits am ersten Tag:

„Da kommt aus 2 Lautsprechern mehr (je Seite 29 KG), als früher bei unserem riesigen Alcons Turm“ (über 80 KG pro Seite). Bei großen Events bauten wir 4x VR12 + 15″ LowMid Extension als Top auf. Weiterhin noch VR8 als Nearfill (die VR12 hat nicht ganz 90 Grad) oder als Delayline JBL SRX 815/835.

So haben wir am dritten Tag die Alcons Anlage überhaut nicht mehr aufgebaut. Tolle Boxen und auch in kommenden Jahren etwas für Liebhaber. Heute aber leider nicht das, was technisch machbar ist und Musikern, Showacts oder Livebands angeboten werden sollte.

Was kann das Big Banana Array Topteil ?

Die Vorteile eines Line-Arrays sind bekannt. Nur, welche Liveband kann ein richtiges Array schon aufbauen?

Das, was man in dieser Bauart so auf „die Stange“ stellen kann (Bose L1, Ld-Systems und Kollegen) sowie die Palette von kleinen Mini-Arrays klingt nie wirklich ehrlich und immer ein wenig „gemacht“. Vor allem die vielen Säulensysteme und Linienlautsrpecher (Ld-Systems, Fohhn, EV, Bose, RCF usw) waren für uns als Liveband voll von Kompromissen. Das hörte sich alles mehr nach einer Anlage für Entertainer oder Duos an.

Die TS61/62 und Banana ist dagegen schon eine echte Hausnummer. Beide Boxen klingen groß und eigenen sich auch für hohe Leistungen, sogar bei einer Coverband.

Die Banana ist keine V10P, sie macht aber unglaublich viel und unglaublich viel, sehr gut. Eine Box für kleine und mittlere Bands und Events bis 300, vielleicht auch 400 Personen. Die Big Banana ist noch kompromissloser und viel mehr als ein paar Chassis mehr. Sie ist sprichwörtlich „BIG“.

Das Drittel mehr an Membranfläche (6x 6,5″ bei Banana gegen 8×6,5″ bei der Big Banana) fühlt und hört sich nach 50% mehr an!

Die Big Banana ist richtig PA und macht selbst in einer riesigen Halle eine sehr gute Figur. Dabei hat sie auch mit einer Entfernung von fast 40m kein Problem (Delay-Line ade). Mit fast 110 Grad haben wir weiterhin das Problem in der Mitte gelöst (Nearfill ade). Hier und da entfielen sogar die Monitorboxen, da Sängerin u. Sänger auch so alles hören konnten. Auch da haben wir oft Lautsprecher einsparen können (Monitor ade).

Auf eine Distanzstange würden wir die BigBanana nicht stellen. Da gehört für uns ein K&M 213 drunter. Das Kurving ist hierbei zwar festgelegt, aber ganz ehrlich, damit können wir als Livemusiker leben. Etwas unter 11KHz wird sie etwas „heiß“ und die Übergangsfrequenz beim Werkspreset war uns zu niedrig. Wir haben unser Preset entsprechend angepasst, der DSP in der 6004 bietet diese Möglichkeiten und wir konnten die Tops so an unsere Soundvorstellungen anpassen.

Was für uns schon immer wichtig war, Low-Mids.

A = π/4 * d2 … Low Mids, na endlich!

Die Rechnung ist einfach: 16 x 6,5″ (Ein Paar Big Banana) entspricht einer Fläche von fast fünf 12″ oder drei 15″ Speakern. Natürlich haben die kleinen Speaker weniger Hub, erlauben aber eine deutlich höhere Trennfrequenz und sprechen schneller an. So hat alles immer zwei Seiten und es ist wenig verwunderlich, dass E-Gitarre, Snare und vor allem auch die Vocals gesund und sehr gut klingen. Im Hochtonbereich kann die Banana nicht mit hochwertigen Systemen mithalten (BMS, B&C, Alcons, Cadenbach, Coda usw). Durch die Änderung der Übergangsfrequenz belasten wir sie noch weniger. Insgesammt spielen die 4 Compressionstreiber von RCF weit unter dem, was sie könnten und dadurch ist der Klirrfaktor zumindest sehr gering.

Ein Beispiel der Lowmids: Liveaufnahme (Kameraton)

Der Ton stammt von einem für Sprache ausgelegten Mikrofon in unserer Canon EOS Fotokamera. Wir hoffen, man erkennt trotzdem, was wir mit „GESUND“ meinen und wie Vocals klingen können, wenn sie über überweigend über Speaker wiedergegeben und nicht durch ein Horn geblasen werden.

der Testsieger unserer PA Box im Livetest - Youtube Video

So soll das klingen und darum ist für unsere Liveband die Big Banana eine Box, die immer passt. Das X32 der Topteile mit einem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis.

Abschließend erklärt: WARUM diese Boxen.

Ein paar Jahre ist es erst her, da haben wir und andere Behringer belächelt. Dann kam das X32 und hat die Welt der Livemusiker sprichwörtlich auf den Kopf gestellt.

Es sind nicht Firmen wie Fairchild und PPG gewesen, die etwas auf den Bühnen verändert haben, sondern Yamaha mit dem DX7 oder Korg mit dem M1. Jaguar und Porsche bauen tolle Autos, aber VW’s gibt es mehr auf den Straßen.

Das ist so, weil diese Dinge Sinn machen und genau das ist es !

Die Kombination aus allen Eigenschaften macht in dieser Form für eine Liveband einfach Sinn.

Es wird immer einen Lautsprecher geben, der vielleicht noch besser klingt als dieser oder jener. Wir sind Livemusiker und es geht um mehr als nur einen Faktor bei einem guten Lautsprecher. Wir finden, wenn ein Werkzeug funktioniert, klanglich überzeugt und sich das zudem auch noch jede Band leisten kann, gibt es vermutlich kaum einen Grund, sich nicht wenigstens mit diesem Lautsprecher zu befassen und zu testen.

Das Behringer X32 oder das Midas M32 sind ebenfalls solche Geräte und die Banana, vor allem die Big Banana sind für uns die zukünftigen X32er der Topteile.

Banana und Big Banana leisten, was ein Hornsystem leistet. Sie klingen aber über große Distanz ausgewogener und haben mit fast 110 Grad das Abstrahlverhalten, was wir als Musiker bei kleinen und mittleren Events benötigen. Darum nützt uns auch ein toll klingendes 2Wege 80 Grad Top nicht viel. Es gehört in einer Zeit, die mehr und mehr hinter uns liegt.

Ein sehr langer Weg liegt hinter uns und viele Auftritte mit der BigBanana nun vor uns.

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