Eine leise Snare – so geht’s !

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Schlagzeug, Snare leiser machen

Zunächst ein kurzes Beispielviedeo:

Bei einem Akustik-Drum ist der größte „Krachmacher“ neben den Crashbecken die Snare. Eine Bassdrum leiser machen, da gibt es Möglichkeiten und eigentlich ist das nicht so schwierig.  Aber bespielsweise eine Snare effektiv leiser machen, da sieht es schon anders aus. Nur, was kann man tun?

1. Snare niemals dämpfen

Die Foren sind voll von unsinnigen Vorschlägen. Alles was verklebt und reingestopft wird, darüber gelegt usw … nimmt den Ton und macht aus einer schönen Snare einen Pappkarton.

WICHTIG! Die Energie muss reduziert werden. Das geht zwar auch mit leiser spielen, aber das wollen wir ja nicht. Reduziert man nun auf anderem Wege diese Energie, genügt das alleine nicht, denn alles andere muss dazu ja nun auch wieder passen.

Bei einem guten Rezept für 4 Personen reduziert man für 2 Personen ja auch nicht nur das Salz und ein Snaresound besteht eben auch nicht nur aus dem Schlag auf das Fell, sondern eine perfekte Abstimmung aller Faktoren. Darum funktionieren auch nicht unbdingt Lidwish Sticks, oder Rods. Die Energie des Schlags ist zwar reduziert, es entsteht aber weniger Ton und so richtig Freude macht das auch nicht. Auch der Teppich wird zu dominant. Leider gibt es noch kein „Nylon“ dafür und Stahl haut eben rein. Einen Snareteppich abkleben ? Nein, das geht auch nicht.

Was wirklich funktioniert = Oben & Unten !

Von einer 14er auf eine 13er Snare, das hilft auch schon. Es ist noch nicht die Welt, aber bei gleicher Stimmung schon ein wenig leiser. WENIGER Masse = Weniger Dezibel ! Wer jetzt aber keine 13er zur Hand hat, muss nicht traurig sein.

Dann das Schlagfell hoch stimmen, sehr hoch (extreme Spannung). Wer Geld in die Hand nehmen möchte, Mylara- oder Aramidfaserfelle sind dicker und reduzieren ebenfalls die Schlagenergie. Aber ein normales Fell geht auch leiser. Weiter …. nun darauf einen Big Fat Snare Head auflegen (Dot, nicht Donut). Er bringt die Stimmung wieder zurück auf den „normalen“ Bereich und hat aber fast 1/3 der Energie genommen.

Nun passt nicht immer der Ton, das kommt auf das Modell an und die Spielweise. Wir haben festfestellt, tiefere Kessel funktionieren besser als flache. Wir empfehlen hier etwas Experimentierfreude.  Wer das Glück hat, auf viele unterschiedliche Snare-Modelle zugreifen zu können, ist hier ein wenig im Vorteil. Wir haben auch 5 verschiedene Modelle getestet, bis das richtige passende Verhältnis gefunden war.  Vielleicht klappt es auch, versucht es.

Aber das größere Problem und eigentlich DER VERURSACHER VON LÄRM ist der Snareteppich. Auch wenn er etwas weniger anspricht, er ist jetzt viel zu laut und überhaupt nicht mehr in einem vernünftigen Verhältlnis.

Schritt 2 – der Snareteppich

Um den Teppich wirksam zu reduzieren nützt beispielsweise das Reduzieren der Spiralen nicht wirklich. Auch so etwas wie abkleben oder etwas unterlegen bringt nicht das, was es soll und macht den Klang nur schlechter. Legt ein doppellagiges Schlagfell unter die Snare. Will heißen, die Snare einfach auf ein doppellagiges Schlagfell stellen und dann einfach ab in den Snare-Stand. Auf dem Foto ist es mit Klebeband fixiert, es geht aber auch ohne. Einfacher geht es kaum, der Snareteppich ist nun auch leiser und klanglich jedoch nicht verändert!

Jetzt passt es wieder zusammen, Schlagfell und Snareteppich sind beide reduziert. Wer sich traut, kann das Luft-Austrittsöfnung vergrößern. Luft die entweicht, regt das Resonanzfell weniger an. Das muss aber nicht unbedingt sein. Eine so reduzierte Snare kann von einem Kind ohne Ohrschutz gespielt werden. Gefühlt um mehr als 50% leiser und alles ohne abkleben, dämpfen, ausstopfen oder mit Gummiplatten dämmen. Insgesammt gibt es so für alles eine Lösung. Man muss es nur wirklich wollen!

Wenn es interessiert: hier gibt es noch mehr Tipps für ein leiseres Schlagzeug.

 

Nicht vergessen: Niemals dämpfen, nur Energie reduzieren!

Hierzu noch ein weiteres Beispiel. Was schwinkt, kann nur gut reduziert werden mit etwas, das auch „beweglich bleibt“ und sich der Dynamik anpasst. Hier ganz einfach mit einer Hundeleine gelöst. Der Rand des Beckens ist der „laute Teil“ und mit einer Leine hat man einen stärkeren Zug am Rand und weniger dort, wo der Ton des Beckens entsteht. Manchmal liegt das Glück so nah. Lösung gibt es noch mehr. Auch für die HiHat, Toms und Bassdrum. Am Ende steht es da, ein Schlagzeug in Zimmerlautstärke. Für das Wohnzimmer, kleine Räume oder einfach nur den Schüler, der auch ohne Gehörschutz Schlagzeug spielen möchte.

Je mehr wir uns mit der Thematik befassen, je klarer wird: Es ist alleine seitens der großen Hersteller einfach nie etwas getan worden, zumindest nicht ernsthaft. Adoro Drums ist schon ganz nett, geht aber den Weg nicht zu Ende und ist immer noch zu laut. Alleine für die Gesundheit der Kinder, die Schlagzeug lernen und Zuhause spielen sollten sich wirklich namhafte Hersteller mal an die Arbeit machen!